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Alle Begriffe mit dem Buchstaben B

Die wichtigsten Begriffe zum Buchstaben „B“ kurz und prägnant erklärt: von Bandscheibe bis Brückenpflege.

B

Bandscheibe

Die Bandscheiben liegen als „Stoßdämpfer“ zwischen den Wirbelkörpern der Wirbelsäule. Man unterscheidet einen äußeren, aus Faserknorpel bestehenden Anulus fibrosus und einen inneren gallertartigen Kern, den Nucleus pulposus. Der Anulus fibrosus umgibt den Nucleus pulposus ringförmig. Die Aufgabe der Bandscheiben ist es, Stöße abzudämpfen, Gewicht gleichmäßig auf die Wirbelkörperfläche zu verteilen und Kippbewegungen der Wirbelkörper gegeneinander einzuschränken.

Bandscheibenvorfall

Bei einem Bandscheibenvorfall treten Teile der Bandscheibe in den Wirbelkanal hervor, wo das Rückenmark zu finden ist. Diese Erkrankung wird häufig durch Überlastung der Bandscheiben ausgelöst bzw. begünstigt. Klassische Symptome sind Lähmungen und ausstrahlende Schmerzen bis hinein in die Extremitäten. Ein Bandscheibenvorfall kann operativ oder konservativ behandelt werden. Meistens ist mit einer langen Rehabilitationsphase zu rechnen.

BAPP

Die BAPP (Bundesinitiative Ambulante Psychiatrische Pflege e.V.) hat sich zum Ziel gesetzt, die ambulante psychiatrische Pflege zu fördern. Zudem engagiert sie sich für die Rechte psychisch erkrankter Menschen, z. B. was eine kompetente, umfassende und patientenorientierte Pflege angeht. Weitere Informationen im Internet unter www.bapp.info

Barrierefreiheit

Barrierefreiheit bedeutet, dass Gegenstände, Medien und Einrichtungen so gestaltet werden, dass sie von jedem Menschen unabhängig von krankheitsbedingten Einschränkungen benutzt werden können. Hiervon profitieren vor allem alte und behinderte Menschen, deren Beweglichkeit, Sinneswahrnehmung und Sensomotorik eingeschränkt ist.

Basale Stimulation

Durch die Basale Stimulation (lat. basal = grundlegend & lat. stimulatio = Anregung) soll Menschen geholfen werden, deren Bewegungs-, Wahrnehmungs- und Kommunikationsfähigkeiten beeinträchtigt oder verloren gegangen sind. Mit einfachsten Sinnesreizungen wird dabei versucht, Kontakt zu den Patienten aufzunehmen, um ihnen den Zugang zu ihrer Umgebung und ihren Mitmenschen zu ermöglichen. Die Basale Stimulation versteht sich als pädagogisches Konzept und nicht als therapeutischer Ansatz.

Beatmung

Die "künstliche" Beatmung dient der Unterstützung oder dem Ersatz unzureichender oder nicht vorhandener Spontanatmung. Ihre lebenserhaltende Funktion ist zentraler Bestandteil der Notfall- und Intensivmedizin. Abhängig von der individuellen Patientensituation kann die Beatmung über wenige Minuten, aber auch über Monate hinweg fortgeführt werden.

Begutachtungsrichtlinien (BRi)

Damit in ganz Deutschland die Pflegeeinstufung nach gleichen Maßstäben erfolgt, hat der MDS verbindliche "Richtlinien zur Begutachtung von Pflegebedürftigkeit nach dem XI. Buch des Sozialgesetzbuches" (BRi) entwickelt. Diese bilden die Grundlage für jede Pflegeeinstufung. Weitere Informationen im Internet unter http://www.mds-ev.de

Behinderungsgrad (GdB)

Der Behinderungsgrad bzw. Grad der Behinderung (GdB) gibt Auskunft über die Einschränkungen in Bezug auf die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben. Er wird nach einem entsprechenden Antrag durch die Versorgungsämter festgestellt. So liegt eine Behinderung bei einem GdB ab 20 und eine Schwerbehinderung bei einem GdB ab 50 vor. Die Pflegebedürftigkeit steht nicht im Zusammenhang mit dem Grad einer Behinderung.

Belastungsinkontinenz

Bei der Belastungsinkontinenz – eine Form der Inkontinenz – verliert der Betroffene unwillkürlich Urin, ohne dass er zuvor einen Harndrang verspürt hat. Ein plötzlich kräftiges Drücken auf die Harnblase, z. B. durch eine physische Anstrengung (Heben von Lasten) oder durch Lachen, Niesen oder Husten ist meist der Auslöser. Ursache ist in vielen Fällen eine geschwächte Beckenbodenmuskulatur. Neben der Belastungsinkontinenz gibt es auch die Form der Dranginkontinenz.

Bericht zur Pflegeversicherung

Im Abstand von drei Jahren muss das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) im "Bericht zur Pflegeversicherung" laut Gesetz Auskunft über den Stand der pflegerischen Versorgung erteilen. Dabei wird gleichzeitig über aktuelle Entwicklungen in der Pflegeversicherung und Reformprojekte zum Thema informiert.

Betablocker

Zu den Betablockern zählt eine Reihe ähnlich wirkender Arzneistoffe, die im Körper die Ausschüttung von „Stresshormonen“ wie Adrenalin hemmen. Die wichtigsten Wirkungen von Betablockern sind die Senkung der Pulsfrequenz und des Blutdrucks, weshalb sie bei der medikamentösen Therapie vieler Krankheiten eingesetzt werden – vor allem bei Bluthochdruck und der Koronaren Herzkrankheit.

Betreutes Wohnen

Ziel des betreuten Wohnens ist es, alten und pflegebedürftigen Menschen eine selbständige Lebensführung in vertrauter Umgebung zu ermöglichen. Dies kann in den eigenen vier Wänden geschehen, aber auch z. B. innerhalb einer therapeutischen Wohngemeinschaft oder in einem Seniorenzentrum. Betreutes Wohnen wird oft von gewerblichen Anbietern angeboten, die gegen Entgelt besondere Services (Notruf-, Reinigungs-, Einkaufservice etc.) zur Verfügung stellen.

Betreuungsrecht

Ist ein volljähriger Patient aufgrund einer psychischen oder körperlichen Erkrankung nicht mehr in der Lage, seine Angelegenheiten (z. B. Finanzgeschäfte) selbst zu organisieren, bestimmt das zuständige Vormundschaftsgericht einen Betreuer. Der Betreuer wird in einer vorab verfassten Betreuungsvollmacht festgelegt und ansonsten vom Gericht bestellt.

Betreuungsvollmacht

In einer Betreuungsvollmacht (auch Betreuungsverfügung) wird eine Vertrauensperson bestimmt, die im Falle einer notwendigen Betreuung durch das Vormundschaftsgericht als Betreuer abgestellt werden soll.

Bettlägerigkeit

Bettlägerigkeit ist ein umgangssprachlicher Begriff. Er umschreibt die Notwendigkeit, dass eine Person das Bett hüten muss, weil sie weder gehen, stehen, noch sitzen kann – sei es infolge einer Krankheit, eines Unfalls oder allgemeiner Schwäche. Durch die langanhaltende Demobilisierung des Körpers kann es zu Muskelverkürzungen, Kreislaufproblemen, Pneumonie, Dekubitus und Deprivation kommen.

Bewegungsmangel

Als Bewegungsmangel wird ein gesellschaftliches Phänomen bezeichnet, das mit der Entwicklung hin zur Informations- und Konsumgesellschaft verbunden ist. Viele ehemals notwendige körperliche Aktivitäten müssen und wollen heutzutage nicht mehr ausgeführt werden, sowohl im Alltags- wie auch im Berufsleben. Bleibt zudem sportliche Betätigung aus, können als Folgen chronischen Bewegungsmangels Rückenschmerzen, Adipositas, Bluthochdruck, Diabetes mellitus oder die koronare Herzkrankheit auftreten.

BMI (Body-Mass-Index)

Der Body-Mass-Index (deutsch: Körpermaßindex) ist eine Maßeinheit zur Bewertung der Körpermasse eines Menschen, indem das Körpergewicht in Beziehung zur Körperlänge gesetzt wird. Da Übergewicht ein weltweit zunehmendes Problem darstellt, dient der BMI vor allem dazu, auf eine diesbezügliche Gefährdung hinzuweisen. Er definiert aber lediglich einen groben Richtwert und ist umstritten, da er die Statur eines Menschen und die individuell unterschiedlichen Fett- und Muskelanteile nicht berücksichtigt.

Bobath-Konzept

Das Bobath-Konzept ist ein multidisziplinärer rehabilitativer Ansatz in Therapie und Pflege von Patienten mit Erkrankungen des zentralen Nervensystems. Angewandt wird es z. B. nach einem Schlaganfall, bei Schädel-Hirn-Traumata, Multipler Sklerose, Erkrankungen des Rückenmarks, Enzephalitis, Hirntumoren oder der Parkinson-Krankheit. Das Konzept wurde ab 1943 von dem Mediziner-Ehepaar Berta und Karel Bobath entwickelt.

Das Bobath-Konzept wird von Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Logopäden und Pflegekräften angewendet und beruht auf der Annahme der „Umorganisationsfähigkeit“ (Plastizität) des Gehirns. Dabei wird davon ausgegangen, dass gesunde Hirnregionen die Aufgaben zuvor erkrankter neu lernen und übernehmen können. So können viele körpermotorische Abläufe durch ständige Wiederholungsübungen neu erlernt und im Gehirn wieder „verankert“ werden.

Broteinheit (BE)

Die deutsche Diätverordnung definiert eine Broteinheit (BE) als die Menge eines Nahrungsmittels, die 12 g an verdaulichen und damit blutzuckerwirksamen Kohlenhydraten enthält. Im Rahmen der Ernährung bei Diabetes mellitus wird die Broteinheit als Berechnung für den Energiegehalt von Speisen verwendet. Genauso gebräuchlich ist seit einiger Zeit aber der Begriff Kohlenhydrateinheit (KE), der aber nur 10 g verwertbarer Kohlenhydrate je Speisemenge angibt.

Brückenpflege

Die Brückenpflege ist ein Bestandteil der Krebsnachsorge. Sie regelt Organisation und Koordination der häuslichen Versorgung von Patienten, die aus dem stationären Bereich entlassen werden. Tätigkeitsschwerpunkte der Brückenpflege sind die Kontaktaufnahme zu ambulanten Diensten (noch vom Krankenhaus aus) sowie die häusliche Versorgung inklusive der Finanzierung und Beschaffung von Pflegehilfsmitteln.

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