Schließen
> Pflegewissen > Pflegelexikon A-Z > Pflegelexikon-P

Alle Begriffe mit dem Buchstaben P

Die wichtigsten Begriffe zum Buchstaben „P“ kurz und prägnant erklärt: von Palliativmedizin bis Psychotherapie.

P

Palliativmedizin

Palliativmedizin wird dann angewandt, wenn ein Patient an einer weit fortgeschrittenen, unheilbaren und tödlichen Krankheit leidet. Nicht die Lebensverlängerung um jeden Preis, sondern der bestmögliche Erhalt der Lebensqualität – also die Wünsche, Ziele und das Befinden des Patienten – stehen im Vordergrund der Behandlung.

Pankreas

Die Bauchspeicheldrüse des Menschen wird auch als Pankreas bezeichnet. Das Pankreas produziert Verdauungssekret, welches in den Dünndarm abgegeben wird, um dort Nährstoffe zu spalten. Im Pankreas befinden sich auch die Produktionsorte der Hormone, die den Glukosestoffwechsel regulieren (Insulin, Glukagon etc.).

Parkinson

Unter der Parkinson-Krankheit leiden etwa 200.000 Menschen in Deutschland, davon mehr Männer als Frauen. Der Krankheitsverlauf ist gekennzeichnet durch das Absterben von Nervenzellen im Mittelhirn. Muskelzittern, Muskelstarre und Bewegungsinstabilität sind die vorrangigen Symptome.

Patientenverfügung

In einer Patientenverfügung wird schriftlich festgelegt (am besten notariell beglaubigt), welche eventuellen medizinischen Eingriffe im Falle einer tödlichen Erkrankung oder bei Verlust der eigenen Zurechnungsfähigkeit auszuführen oder zu unterlassen sind.

Paukenerguss

Ein Paukenerguss bezeichnet eine Flüssigkeitsansammlung im Mittelohr. Das Mittelohr ist normalerweise mit Luft gefüllt. Unter anderem im Falle von Entzündungen des Mittelohrs, bei Infektionen der Atemwege oder bei Belüftungsstörungen durch die Ohrtrompete kann sich Flüssigkeit im Mittelohr ansammeln. Ein Paukenerguss verursacht eine Hörminderung und ein Druckgefühl im Ohr, welches auch mit Schmerzen einhergehen kann.

Pflegebedürftigkeit

Der Pflegebedürftigkeitsbegriff ist im Sozialgesetzbuch (SGB) definiert und legt fest, wer Anspruch auf Leistungen der Pflegeversicherung hat. Pflegebedürftig sind laut Gesetz Personen, die wegen einer körperlichen oder seelischen Krankheit bzw. Behinderung die Aktivitäten des täglichen Lebens (ATL) nicht mehr alleine ausführen können und für mindestens sechs Monate in erheblichem Umfang der Hilfe bedürfen.

Pflegebegleiter

Um den wachsenden Anforderungen in der Pflege besser gerecht zu werden, soll das soziale Engagement in diesem Bereich gefördert werden. Pflegebegleiter sind auf lokaler und kommunaler Ebene in Selbsthilfegruppen organisiert. Sie sollen vermehrt durch Schulungen qualifiziert und in die Pflegepraxis eingebunden werden.

Pflegegeld

Das Pflegegeld ist heute eine Sozialleistung für pflegebedürftige Personen, die in der sozialen Pflegeversicherung versichert sind und noch zu Hause leben, d. h. nicht in einer Pflegeeinrichtung. Es wird gewährt, wenn die erforderliche Grundpflege und hauswirtschaftliche Versorgung nicht aus eigenen Mitteln sichergestellt werden kann.

Pflegeheim

Während in Wohnheimen die soziale Integration des Bewohners im Vordergrund steht, liegt der Schwerpunkt in Pflegeheimen auf der pflegerischen Betreuung. Hier versorgen professionelle Pflegekräfte bedürftige Menschen rund um die Uhr. Man unterscheidet zwischen Altenpflegeheimen und Einrichtungen der Hilfe für behinderte Menschen.

Pflegehilfsmittel

Versicherte haben Anspruch auf die Versorgung mit Pflegehilfsmitteln, wenn diese vom Gutachter des medizinischen Dienstes befürwortet wurde und es sich um ein zugelassenes Pflegehilfsmittel handelt. Pflegehilfsmittel können z. B. Toilettenstühle, Rollatoren, Hausnotrufsysteme oder Rollstühle sein.

Pflegekassen

Die Pflegekassen sind Träger der gesetzlichen Pflegeversicherung und in den Krankenkassen eingegliedert. Jeder Mensch, der krankenversichert ist – ob gesetzlich oder privat – ist in Deutschland gleichzeitig pflegeversichert und hat somit ein Anrecht auf die Leistungen der Pflegekassen.

Pflegekurse

Pflegekurse sind ein Dienstleistungsangebot der Pflegekassen für ehrenamtlich Pflegende oder pflegende Angehörige. Ziel ist es, dass Pflegeleistungen professioneller, zeitsparender und effektiver erbracht werden können. Pflegekurse werden zumeist in Kooperation mit Pflegediensten, Sozialstationen, der Volkshochschule oder Verbänden der freien Wohlfahrtspflege angeboten. Die Kosten werden von der Pflegeversicherung übernommen.

Pflegeplanung

Die Pflegeplanung soll eine systematische und effiziente Pflege ermöglichen. Durch Erstellung eines individuellen Pflegeplans für jeden Patienten soll die Qualität der Pflege verbessert werden.

Pflegegrad

Die Pflegebedürftigkeit wird in fünf verschiedene Grade (von 1 – 5) eingeteilt, wobei Patienten mit dem fünften Grad die größtmögliche Versorgung gewährt wird. Die Pflegegrade werden anhand verschiedener Kategorien definiert und von der (gesetzlichen) Pflegeversicherung verwaltet. Anhand bestimmter Begutachtungsrichtlinien wird festgestellt, welcher Pflegebedürftigkeitsgrad einem Patienten zusteht.

Pflegestützpunkt

Ein Pflegestützpunkt ist eine örtliche Anlaufstelle für Pflegebedürftige bzw. deren Angehörige. Pflegestützpunkte sollen den organisatorischen Aufwand bei der Beantragung von Leistungen zur Behandlung von Erkrankungen und Hilfe bei der Pflege reduzieren. Die Einrichtung von immer mehr Pflegestützpunkten ist im Pflege-Weiterentwicklungsgesetz verankert und geschieht auf Landesebene.

(Gesetzliche) Pflegeversicherung

Träger der gesetzlichen Pflegeversicherung sind die Pflegekassen, die bei jeder Krankenkasse eingerichtet sind. Deren Leistungen sind jedoch begrenzt. Werden die Pauschalbeträge überschritten, müssen pflegebedürftige Personen bzw. deren Angehörige die Zusatzkosten aus eigenen Mitteln finanzieren. Deshalb empfiehlt sich immer der Abschluss einer privaten Pflegezusatzversicherung.

Physiotherapie

Im Rahmen der Physiotherapie werden körperliche Beschwerden behandelt, die vor allem den Bewegungsapparat, aber auch den Organismus im Allgemeinen betreffen. Ziel ist die Reaktivierung eingeschränkter Körperfunktionen bzw. die Wiederherstellung uneingeschränkter Bewegungsfähigkeit.

Placebo

Ein Placebo bezeichnet ein „Scheinarzneimittel“. Scheinarzneimittel deshalb, weil es zwar wie ein echtes Präparat aussieht, aber keine pharmazeutische Substanz beinhaltet. Die Wirkung von Placebos ist von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich.

Pneumonie

Bei der Pneumonie handelt es sich um eine chronische oder akute Entzündung des Lungengewebes. Man spricht auch von Lungenentzündung, die oft infolge einer allgemeinen Schwächung des Immunsystems (z. B. durch eine andere Erkrankung) auftritt.

Polyurie

Als Polyurie wird eine erhöhte Urinausscheidung von über zwei Litern Urin pro Tag bezeichnet. Zugrunde liegen können u.a. eine Erkrankung an Diabetes mellitus oder Diabetes insipidus, Einnahme bestimmter Medikamente, aber auch Alkoholkonsum.

Posturale Instabilität

Bei der posturalen Instabilität fällt es der betroffenen Person schwer, das Gleichgewicht zu halten (Haltungsinstabilität). Die für das Gleichgewicht notwendigen Ausgleichsbewegungen, die beim gesunden Menschen unbewusst und automatisch ablaufen, gelingen dem Betroffenen nicht ausreichend. Typische Anzeichen sind ein unsicherer Gang und Stand. Durch diese Haltungsinstabilität kommt es bei den Betroffenen zu einer erhöhten Sturzgefahr. Die posturale Instabilität kann in Folge einer neurologischen Erkrankung, wie der Parkinsonerkrankung, auftreten.

Prellung

Eine Prellung (Kontusion) ist eine Schädigung von Körpergewebe durch stumpfe Krafteinwirkung von außen. Dabei  werden Muskulatur oder Organe im Körperinneren verletzt, meist ohne dass äußere Verletzungen an der Haut entstehen. In dem verletzten Gewebe bildet sich ein Ödem und es entstehen Einblutungen durch das Zerreißen von kleinen Blutgefäßen. Dies kann von außen als Bluterguss sichtbar werden. Bei leichten Prellungen besteht die Therapie darin, das betroffene Gebiet zu kühlen und zu schonen. Schwere Prellungen, bei denen Gewebe irreparabel geschädigt wird, müssen unter Umständen chirurgisch behandelt werden.

Primäre Wundheilung

Eine Wunde kann primär verheilen, wenn die Wundränder eng und glatt aneinander liegen. Voraussetzung dafür ist, dass die Wunde sauber und gut durchblutet ist. Primäre Wundheilung findet z. B. bei sauberen Schnittwunden statt.

Progressive Muskelrelaxation

Die progressive Muskelrelaxation ist ein Entspannungsverfahren, das von Edmund Jacobson entwickelt wurde. Hierbei werden bestimmte Muskelgruppen angespannt und anschließend entspannt. Dies soll zu einer besseren Wahrnehmung des Körpers und zur Entspannung führen.

Prolaps

Die Bandscheiben des menschlichen Körpers bestehen aus einem äußeren Faserring (Anulus fibrosus) und einem inneren gallertartigen Kern (Nucleus pulposus). Unter anderem durch Verschleiß und Fehlbelastung kann es dazu kommen, dass der äußere Faserring einreißt, Teile des Nucleus pulposus austreten und Druck auf Nervengewebe ausüben.

Prophylaxe

Prophylaxe ist der aus dem Griechischen stammende Ausdruck für das Vorbeugen von Krankheiten und dem Erhalt der Gesundheit. Ähnlich gebraucht wird auch der lateinische Begriff Prävention.

Proteine

Proteine sind Eiweiße. Sie setzen sich aus Aminosäuren zusammen und sind im Körper für den Aufbau und Erhalt von Gewebe, besonders der Muskeln, zuständig.

Protrusion

Die Bandscheiben des menschlichen Körpers bestehen aus einem äußeren Faserring (Anulus fibrosus) und einem inneren gallertartigen Kern (Nucleus pulposus). Unter anderem durch Verschleiß und Fehlbelastung kann es dazu kommen, dass eine Bandscheibe sich vorwölbt und auf eine Nervenwurzel des Rückenmarks drückt. Der äußere Faserring der Bandscheibe bleibt bei einer Protrusion intakt.

Psychose

Als Psychose bezeichnet man eine schwere psychische Störung, die mit einem zeitweiligen Verlust des Realitätsbezuges einhergeht.

Psychosomatik

Die Psychosomatik beschäftigt sich mit den Wechselbeziehungen zwischen seelischen, körperlichen und sozialen Vorgängen.

Psychotherapie

Psychotherapie ist der Oberbegriff für alle Formen psychologischer Verfahren, die ohne Einsatz medikamentöser Mittel auf die Behandlung seelischer Krankheiten oder Ungleichgewichte abzielen.

Empfehlen:

© AXA Konzern AG, Köln. Alle Rechte vorbehalten.