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Alle Begriffe mit dem Buchstaben R

Die wichtigsten Begriffe zum Buchstaben „R“ kurz und prägnant erklärt: von Reanimation bis Rückenmark.

R

Reanimation

Der Begriff Reanimation oder auch Wiederbelebung umschreibt das Durchführen von Maßnahmen, die einen plötzlichen Atem- und Kreislaufstillstand beenden und so zur Lebensrettung beitragen.

Rehabilitation (Reha)

Unter (medizinischer) Rehabilitation versteht man die Wiederherstellung von Körper- und Organfunktionen mit physiotherapeutischen, ergotherapeutischen und/oder psychotherapeutischen Maßnahmen. Vorrangig werden Maßnahmen der medizinischen Rehabilitation ambulant erbracht. Erst wenn diese nicht mehr ausreichen, ist eine stationäre Rehabilitation indiziert.

Reklination

Als Reklination wird eine rückwärtige Streckung der Wirbelsäule oder des Kopfes bezeichnet.

(diabetische) Retinopathie

Die diabetische Retinopathie ist eine Folgekomplikation des Diabetes mellitus, die zur Erblindung führen kann. Ein schlecht eingestellter Blutzucker, aber auch Bluthochdruck und Rauchen führen zu Gefäßveränderungen (Mikroangiopathie) in der Netzhaut des Auges. Man unterscheidet die nicht-proliferative Retinopathie und die proliferative Retinopathie.
Bei der nicht-proliferativen Retinopathie sind die Veränderungen auf die Netzhaut beschränkt. Es kommt zu kleinen Gefäßaussackungen (Mikroaneurysmen), Einblutungen in die Netzhaut und Schwankungen im Gefäßdurchmesser.

Bei der proliferativen Retinopathie kommt es zusätzlich zu Gefäßneubildungen. Die Blutungen breiten sich auf weitere Teile des Auges aus. Es kann zur Netzhautablösung und zur Erhöhung des Augeninnendrucks (Glaukom) kommen.

Rheologische Therapie

Unter dem Begriff „rheologische Therapie“ werden Behandlungsverfahren zusammengefasst, die den Fluss des Blutes verändern. Ziel ist es, dass bestimmte Gewebe besser durchblutet werden. So werden rheologische Maßnahmen z. B. beim Hörsturz angewandt, um unter anderem die Durchblutung des Innenohres zu verbessern. Dies kann z. B. mit Hilfe von Infusionen erreicht werden, die die Fluidität (Fließeigenschaften) des Blutes erhöhen.

Rheuma

Rheuma ist ein Sammelbegriff für hunderte verschiedene Krankheitsbilder. Betroffen ist der Stütz- und Bewegungsapparat des Körpers, also Knochen, Gelenke, Muskeln, Sehnen und Bänder. Die medizinisch korrekte Bezeichnung für Rheuma lautet „Krankheiten des rheumatischen Formenkreises“.

Rigor

Rigor bezeichnet Starre und Steifheit der Muskulatur. Diese Muskelstarre geht häufig mit Schmerzen und einem subjektivem Gefühl der Verspannung einher. Bei passivem Bewegen der Extremität ist ein ruckartiges Nachgeben der Muskelspannung feststellbar. Dieses klinische Zeichen wird auch mit „Zahnradphänomen“ beschrieben und kommt beispielsweise bei Parkinsonerkrankungen vor. Passive Bewegung bedeutet, dass z. B. der zu bewegende Arm durch den Arzt oder Physiotherapeuten gebeugt oder gestreckt wird, ohne dass der Betroffene die Bewegung eigenständig/aktiv ausführt.

Risikofaktor

Unter Risikofaktor versteht man in der Medizin eine erhöhte Wahrscheinlichkeit, eine bestimmte Krankheit zu erwerben. Risikofaktoren können z. B. bestimmte physiologische oder anatomische Eigenschaften sein, aber auch eine genetische Veranlagung oder spezielle Umweltkonstellationen.

Rollator

Ein Rollator ist eine Gehhilfe mit Rädern. Das Gerät dient gehbehinderten oder körperlich schwachen Personen als fortwährende Stütze beim Gehen. Nicht jeder Rollator ist auch ein zugelassenes Pflegehilfsmittel.

Rückenmark

Das Rückenmark ist ein Teil des zentralen Nervensystems. Es verläuft in dem von den Wirbelkörpern und Wirbelbögen gebildeten Wirbelkanal. Der Beginn befindet sich am sogenannten Foramen magnum, der größten Öffnung an der Unterseite des Schädels, wo das Rückenmark aus dem Hirnstamm hervorgeht. Im Rückenmark liegen Nervenbahnen und Nervenkörper, die Informationen vom Gehirn zum gesamten Körper und wieder zurück leiten.

Es ist in vier Abschnitte gegliedert: das Zervikalmark im Bereich des Halses, das Thorakalmark im Bereich des Brustkorbes, das Lumbalmark im Bereich der Lenden und das Sakralmark im Bereich des Kreuzbeins. Einzelne Nervenwurzeln treten jeweils zwischen den Wirbeln durch die Zwischenwirbellöcher aus und bilden die sog. peripheren Nerven. Im Wirbelkanal ist das Rückenmark von Hirnhäuten (Meningen) und Hirnwasser (Liquor) umgeben. Es endet zwischen dem ersten und zweiten Lendenwirbel, von wo aus einzelne Nervenfasern als Cauda equina (Pferdeschwanz) weiter bis zum Kreuzbein ziehen.

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