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Der Aufbau der Haut

Vielseitige Funktionen und vielschichtiger Aufbau in einem. Unsere Haut ist weit mehr als eine zelluläre Struktur, die unsere Organe umgibt. Sie schützt, reguliert und versorgt uns mit Vitamin D.

Die Haut – Das Multitalent des menschlichen Körpers

Ein kleines Wunderwerk

Neben der Abgrenzung des Körpers gegenüber der Außenwelt und dem Schutz vor dem Eindringen von Fremdkörpern, schädlichen Substanzen und Mikroorganismen dient sie vor allem auch der Kontrolle des Wasser- und Elektrolythaushaltes sowie der Temperaturregulation.

Zusätzlich ist die Haut ein unerlässliches Medium für verschiedene Formen der Sinneswahrnehmung und der nonverbalen Kommunikation. Ein Beispiel dafür ist die sog. „Gänsehaut“, wenn uns etwas sehr stark berührt oder im wahrsten Sinne des Wortes „unter die Haut geht“.

Zusätzlich ist die Haut wichtiger Produktionsort von Vitamin D, welches unter Einwirkung von UV-Strahlung, also dem Genuss von Sonnenlicht, entsteht. 

Unsere Haut mal genauer betrachtet

Ein ausgeklügeltes System

Was auf den ersten Blick wie eine ebenmäßige Oberfläche scheint, entpuppt sich beim genaueren Hinsehen als komplexer als gedacht. Schaut man sich die menschliche Haut aufmerksam an, so erkennt man bereits mit dem bloßen Auge kleine Furchen und Felderungen, Poren und Haare, die in einem Muster die Oberfläche des Körpers überziehen.

Die Einzelheiten des ausgeklügelten Aufbaus dieses wichtigen Organs erschließen sich jedoch erst beim Blick durchs Mikroskop. Erkennbar wird ein in Schichten und Lagen geordneter Aufbau von verschiedenen Zellen, welche in ihrer Gesamtheit das als Haut bezeichnete Bild ergeben.

  

Unsere Haut muss den verschiedensten Anforderungen gerecht werden, je nach Lokalisation und zu erfüllender Funktion. So muss die Haut am Fuß ganz anderen Aufgaben gewachsen sein als beispielsweise die der Lippen – eine Tatsache, die sich dann nach dem Leitsatz „Form folgt Funktion“ auch im Aufbau widerspiegelt: die Dicke (zwischen einem und vier Millimetern) und Ausdehnung der einzelnen Schichten sowie die Ausstattung mit sogenannten Hautanhangsgebilden (Haare, Talg- und Schweißdrüsen, Nägel) variieren, je nachdem, welchen Teil der Haut man betrachtet.

Faltenbildung zählt zu den physiologischen Hautveränderungen im Leben eines Menschen. Sie ist auf eine Schädigung von straffenden kollagenen Fasern, einen Verlust von elastischen Fasern, aber auch auf eine Verringerung der Muskelspannkraft sowie insgesamt eine Abnahme der Fähigkeit zur Zellregeneration mit zunehmendem Alter zurück zu führen. Zwar sind Falten zunächst ein hauptsächlich kosmetisches Problem, die im Alter zusätzlich auftretenden Hautveränderungen, wie zum Beispiel eine zu Hauttrockenheit führende Verringerung der Talgproduktion oder die Verringerung der Regenerationsfähigkeit der Haut, führen jedoch zu vermehrter Anfälligkeit der Haut für Verletzungen und Wundheilungsstörungen.

Unsere Haut als Sinnesorgan

Unsere Haut braucht Feuchtigkeit.

Aufgaben und Funktionen

Die Aufgaben und Funktionen der Haut sind vielfältig. Am augenscheinlichsten ist ihre Funktion als Barriere gegenüber der Außenwelt, als Schutz vor dem Eindringen von Keimen, Fremdkörpern und Schadstoffen.

Sie kontrolliert jedoch nicht nur, was von außen in den Körper eindringt, sondern reguliert über Schweißsekretion auch die Körpertemperatur. Zudem spielt sie eine entscheidende Rolle im Wasser- und Elektrolythaushalt.

Des Weiteren ist die Haut wichtiger Produktionsort von Vitamin D, welches unter Einwirkung von UV-Strahlung aktiviert wird und einen entscheidenden Faktor für die Stabilität der Knochen darstellt.

Neben diesen Fähigkeiten spielt die Haut als größtes Sinnesorgan des Menschen mit einer Fläche von 1,5-2 m² eine elementare Rolle in der Wahrnehmung von und der Kommunikation mit unserer Umwelt.

Alleskönner Hautzellen

In der Tiefe der Haut liegen verschiedenste Sinneszellen und Rezeptoren, die sensibel für unterschiedliche Berührungs- und Temperaturreize sind und somit über Tasten und „Fühlen“ der Erkundung der Umgebung ebenso dienen, wie es etwa das Auge oder der Geruchssinn tun.

Auch um mit der Umwelt in Kontakt zu treten, verfügt die Haut über unterschiedliche Fähigkeiten. Veränderungen in der Durchblutung der Haut, welche zum Erblassen oder Erröten führen, das Aufstellen kleiner Härchen zur Gänsehaut, Nervenfasern für die Aufnahme und Weiterleitung diverser Empfindungen aber auch das Aussenden von Geruchsstoffen gehören dazu.

  

Ebenso vielfältig wie Ausgestaltung und Funktionen der Haut sind auch die Probleme, Erkrankungen und Veränderungen, die sie betreffen können. Sie reichen von der Windeldermatitis des Säuglings über die Hautunreinheiten in der Pubertät bis hin zu Altersflecken, Falten und chronischen Wunden im höheren Lebensalter.

Während manche Hautveränderungen, wie Falten, als physiologisch, also keine Erkrankung darstellend, einzustufen sind, zeichnen sich vor allem chronische und infizierte Wunden durch einen hohen Krankheitswert aus.

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Aufbau

Die Haut lässt sich in ihrem Aufbau in zwei große Anteile unterteilen: die Kutis, mit ihren zwei Schichten Oberhaut (Epidermis) und Lederhaut (Dermis), sowie die Unterhaut (Subkutis), welche sich wiederum aus Bindegewebe und subkutanem Fett zusammensetzt.

Neben diesen Anteilen beinhaltet die Haut eine Vielzahl von Hautanhangsgebilden, zu welchen man Nägel, Haare und die verschiedenen in der Haut lokalisierten Drüsen zählt.

Der oberste und damit von außen sichtbare Teil der Haut ist die Epidermis (Teil der Kutis).

  

Diese Oberhaut gliedert sich auf in verschiedene Zellschichten, welche sich kontinuierlich aus der Tiefe erneuern, in Richtung Hautoberfläche wandern und dort dann nach etwa vier Wochen als Hautschuppen enden und abgeschilfert werden.

Unter der Epidermis liegt die Lederhaut (Dermis). Dieser Teil der Kutis ist vergleichsweise stabil und reißfest und dient neben der Verzahnung der Oberhaut auch der Beherbergung von zahlreichen Zellen des Immunsystems, Nervenendigungen und kleinsten Blutgefäßen (Kapillaren). Die Lederhaut ist zudem der Teil der Haut, in dem sich ein Großteil der altersbedingten Hautveränderungen abspielt.

Der Prozess der Wundheilung

Drei Heilungphasen

Nach einer Verletzung der Haut gilt es für den Körper, diese komplexe Architektur der Haut möglichst originalgetreu und funktionsfähig wiederherzustellen. Der Wundheilungsprozess zählt zu einem der komplexesten Vorgänge im menschlichen Körper in Bezug auf die Vielzahl der beteiligten Zellarten und Botenstoffe. Er lässt sich klinisch in drei Phasen unterteilen:

  • Entzündung (Inflammation)
  • Gewebeneubildung (Proliferation)
  • Reparation

Zu Beginn der Wundheilung stehen katabole, also abbauende und aufräumende Prozesse, wie Entzündung und Wundreinigung, im Vordergrund. Im Rahmen der Entzündung wandern Zellen des Immunsystems in die Wundregion ein, um die Reste zerstörter Zellen abzubauen und Mikroorganismen zu bekämpfen.

Hierfür kommt es nach den Prozessen der primären Blutstillung zu einer Gefäßerweiterung im Bereich der Wunde und zu einer erhöhten Durchlässigkeit der Gefäße, um die Einwanderung der Immunzellen zu erleichtern.

Der katabolen Phase schließt sich eine anabole, also aufbauende, an. Zu ihr gehören die proliferativen Prozesse der Gewebeneubildung sowie die Reparation. Bindegewebszellen bilden neues Gewebe, um den Defekt zu schließen, Wachstumsfaktoren werden ausgeschüttet und neue Gefäße sprossen in Form von Kapillaren ein.

Die trockenen Weiten einer Landschaftsaufnahme.

Die Gewebeneubildung im Rahmen der Wundheilung stellt jedoch häufig nur einen Defektverschluss und keine vollständige Wiederherstellung des ursprünglichen Gewebes dar.

Im Idealfall verläuft dieser Defektverschluss so, dass die Wunde durch Narbengewebe und Epithel ohne größere funktionelle oder ästhetische Einschränkungen verschlossen wird.

Von einer chronischen Wunde spricht man, wenn der Heilungsprozess nicht zu einer Wiederherstellung der strukturellen Integrität der Haut führt.

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