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Heilungsprozess fördern

Wussten Sie, dass Vorerkrankungen, Lebensstil und Medikamente die Wundheilung beeinflussen?

Wie man die Heilung unterstützen kann

Die optimale Wundheilung

Ist eine (chronische) Wunde dennoch entstanden, gilt es nicht nur, die optimale Wundversorgung zu gewährleisten, sondern zusätzlich noch den Heilungsprozess zu fördern.

Eine Vielzahl von Faktoren nehmen auf die Geschwindigkeit und Qualität der Wundheilung Einfluss. So sind es einerseits Eigenschaften der Wunde selbst, beispielsweise ihre Lokalisation (manche Lokalisationen erhöhen das Infektionsrisiko erheblich) oder ihre Ausdehnung, andererseits aber auch externe und systemische Faktoren, die die Heilung beeinflussen.

Beeinflussende Faktoren

  • Bereits erwähnte Grunderkrankungen, wie zum Beispiel Diabetes mellitus oder Durchblutungsstörungen, verzögern die Wundheilung
  • Nikotin- und Alkoholkonsum wirken sich ebenfalls negativ auf die Heilung aus
  • manche Medikamente wirken heilungshemmend (Zytostatika, Kortison)
  • Patienten mit Immundefekten neigen zu verzögerter Wundheilung
Bei venösen Durchblutungsstörungen sind das Hochlagern der betroffenen Extremitäten sowie Kompressionsmaßnahmen zu empfehlen. Langes Stehen und Sitzen sollten vermieden werden. Arterielle Minderdurchblutungen machen sich u.a. durch Kälte und Blässe der betroffenen Körperteile bemerkbar. Diese sollten möglichst warm gehalten (Socken, Decken, keine Wärmflasche wegen Verletzungsgefahr) und tiefer gelagert werden. Bei beiden gilt gleichermaßen: Mobilisierung fördert durch vermehrte Durchblutung die Wundheilung bzw. hilft, dem Entstehen chronischer Wunden vorzubeugen.

Auf die richtige Ernährung kommt es an

Neben diesen Faktoren beeinflusst auch der Ernährungszustand die Wundheilung maßgeblich.

  • Über- und Untergewicht wirken sich negativ auf die Wundheilung aus
  • mangelnde Flüssigkeitszufuhr und Austrocknung sind zu vermeiden
  • eine ausgewogene Ernährung ist anzustreben
  • insbesondere die Vitamine C und A, sowie Zink, Eisen und Eiweiß sind während der Wundheilung von besonderer Bedeutung und sollten daher ausreichend zugeführt werden. Gerade der Eiweißbedarf steigt bei chronischen Wunden oder Infektionen an. Die Versorgung mit Vitamin C ist in der Regel durch die normale Ernährung gewährleistet, Vitamin A ist vor allem in Leber und roten/orangefarbenen Gemüsearten enthalten. Zink kann bei ausgeprägtem Mangel medikamentös zugeführt werden, Eisen wird neben der Blutbildung auch beim Wachstum der Hautanhangsgebilde benötigt und findet sich in hoher Konzentration in vielen Fleischarten, aber beispielsweise auch in Linsen und getrockneten Aprikosen.

Auch psychische Faktoren spielen eine Rolle

Nicht nur medizinische und physische Aspekte haben Auswirkungen auf den Verlauf eines Heilungsprozesses. Auch soziale und psychische Faktoren beeinflussen diesen. Daher gilt es, die Einschränkungen, welche eine chronische Wunde mit sich bringt, möglichst gering zu halten.

Einige Patienten klagen auf Grund von unansehnlichen oder übelriechenden Wunden über soziale Isolation, daher ist auf eine angemessene Abdeckung und Versorgung der Wunde auch aus diesem Grund zu achten. Selbstverständlich spielen auch Schmerzen eine große Rolle bei der Frage nach der psychischen Belastung. Diese sollten offen thematisiert und möglichst gering gehalten werden, beispielsweise durch eine angemessene Schmerzmittelbehandlung im Rahmen von unangenehmen Verbandswechseln.

Nicht zuletzt kann die Anwesenheit von Angehörigen und Familie gerade bei unangenehmen Dingen, wie dem Verbandwechsel, dem Patienten helfen, besser mit seiner Situation zurecht zu kommen und somit letztlich auch seine Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit dem medizinischen Personal zu erhöhen.

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