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Vorsorge

Halten Sie das Risiko für die Entstehung chronischer Wunden so gering wie möglich. Gerade chronische Wunden verheilen oft nur schwer.

Die richtige Prophylaxe kann schwerwiegende Folgen verhindern

Wunden vorsorgen statt versorgen

Gerade bei chronischen Wunden verläuft der Heilungsprozess oft wenig zufriedenstellend. Solche Wunden und die damit verbundenen Schmerzen, Belastungen und Einschränkungen senken die Lebensqualität der Betroffenen drastisch und können durch Infektionen oder andere Folgeschäden sogar die Lebenserwartung reduzieren. Nicht nur für Patienten, auch für Pflegende stellt eine chronische Wunde eine große Herausforderung dar. Angesichts dieser Tatsachen und der enormen Kosten für die aufwendige und langwierige Behandlung solcher Wunden ist es von besonderer Wichtigkeit, das Risiko für ihre Entstehung so gering wie möglich zu halten. 

Eben gerade weil die Haut eine so wichtige Rolle im alltäglichen Leben spielt, sollte man ihr ungeachtet von Wunden und Erkrankungen ein ausreichendes Maß an Aufmerksamkeit und Pflege nicht vorenthalten. Eine gut gepflegte Haut ist im Allgemeinen robuster und weniger anfällig für Erscheinungen wie Juckreiz oder größere Wunden endogenen – also körpereigenen – Ursprungs. Geachtet werden sollte auch auf eine ausreichende Feuchtigkeit der Haut, sie sollte weder zu trocken noch zu fettig sein. 

Eine angemessene Feuchtigkeitspflege kann Einrisse und dadurch den Eintritt von Erregern vermeiden

Gerade trockene Haut neigt zu Einrissen, welche letztlich eine Eintrittspforte für Erreger darstellen und daher durch angemessene Feuchtigkeitspflege in Form von Cremes oder Lotionen vermieden werden sollte. Auch feuchte Stellen, wie sie beispielsweise in Hautfalten auftreten können, sind besonders gefährdet für Keimbesiedelung und Infektionen. Für diese Körperregionen gilt es in Zusammenarbeit mit medizinischem Personal eine individuelle Strategie zu erarbeiten.
Neben der Pflege des Allgemeinzustandes der Haut gilt es auch, andere Risikofaktoren gerade für chronische Wunden möglichst zu eliminieren.

Risikofaktoren

Diabetes mellitus

Im Rahmen der „Zuckerkrankheit“ kann infolge einer Nervenschädigung (Neuropathie) das diabetische Fußsyndrom mit chronischen Wunden auftreten. Wichtig ist:

  • eine adäquate Behandlung der Grunderkrankung mit guter Einstellung des Blutzuckers
  • eine an die Bedürfnisse von Diabetikern angepasste Fußpflege und eine vermehrte Aufmerksamkeit des Betroffenen für die Problematik, eine engmaschige Selbstkontrolle sowie Eincremen der Füße mit harnstoffhaltigen Salben
  • angepasstes Schuhwerk und andere Maßnahmen, um Fehlbelastungen und das Verletzungsrisiko zu minimieren

Nikotinabusus

  • Durch die im inhalierten Rauch enthaltenen Schadstoffe fördert das Rauchen arterielle Erkrankungen wie die Atherosklerose, welche Durchblutungsstörungen begünstigen und somit arterielle Ulzera zur Folge haben können.
  • Durch die vom Nikotin verursachten Durchblutungsstörungen wird auch die Wundheilung verzögert.

Arterieller Bluthochruck,
erhöhte Blutfettwerte:

Diese Risikofaktoren führen ebenfalls zu Durchblutungsstörungen und erhöhen dadurch das Risiko eines Geschwürs (z.B. arterielle Gangrän). Ebenso wie beim Diabetes mellitus gilt, dass eine gute medikamentöse Einstellung sowie eine Umstellung der Lebensumstände (Ernährung, Gewicht) wichtig sind, um der Entstehung von durch Minderdurchblutung verursachten Wunden vorzubeugen.

Körpergewicht:
 

Sowohl krankhaftes Übergewicht, Adipositas, als auch ein zu niedriges Körpergewicht, Kachexie, können zur Entstehung von Druckgeschwüren beitragen. Bei akuter Dekubitus-Gefahr ist es jedoch wichtiger, die Haut vor Feuchtigkeit (z.B. durch Schwitzen oder Inkontinenz) zu schützen sowie den Patienten professionell und regelmäßig zu lagern.

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